Erzählen
Erzählen ist mehr als nur Berichten
„Stell Dir vor, was mir vorhin passiert ist…!“ So beginnen wir oft eine Geschichte, die wir gerade erst erlebt haben.
Genauso frisch die Erinnerungen von damals wieder hervorzurufen, ist das Ziel von Erinnerungsarbeit.
„Ich möchte mir vorstellen, was dir damals widerfahren ist und wie es dir dabei ergangen ist.“ 
So kann es gelingen, mit den eigenen Bildern und Lebensumständen von damals wieder in Kontakt zu kommen.
Denn in den zurückliegenden Geschichten ist zu viel Lebensenergie hängen geblieben, die uns heute fehlt. Sie sind eine Quelle für unsere Identität, so dass unser Lebensgefühl wesentlich lebendiger werden kann.
Vielleicht bekommen Sie Lust, Ihre Lebensquelle in sich wieder zum Sprudeln zu bringen.
Mir helfen dabei bildliche Vorstellungen:
- dass zum Beispiel unser Leben viel Schutt auf diese Quellen aufgehäuft, sie quasi verstopft hat. Daran heftig zu rütteln geht mit Unterstützung besser! Die Quelle bekommt wieder Luft und lässt vielleicht sogar auf dem Schutt lebendige Pflanzen wachsen!
- oder die Vorstellung, dass in unserem Leben ein Baum umgefallen ist und nun quer in unserem Lebensfluss liegt, so quer, dass er unsere Energie und dazu noch manches Geröll anstaut. Mit Unterstützung kann es gelingen, diesen Stamm längs in die Strömung zu bugsieren, wenn er schon nicht zu beseitigen ist, sondern zu unserem Leben gehört.
Es kommt also darauf an, unsere Lebens-Energie wieder zum Fließen zu bringen. Nach meinen Vorstellungen müssen dazu nicht alle Hindernisse weggeräumt werden. Vielleicht reißt ja die Strömung – um im Bild zu bleiben – so manches Belastende mit sich fort.
Auch vom Körper her gedacht ist der Energiefluss die Voraussetzung für die Salutogenese, wie es heute in der Prävention oder Nachsorge heißt, also für die zu erhaltende oder wieder zu gewinnende Gesundheit.